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Veränderungen – nur eine Kopfsache

Veränderungen bestehen meist aus Entscheidungen die man trifft. Solange ich denken kann besteht mein Leben aus Veränderungen.

 

Ich entscheide mich einfach gute Laune zu haben.

Es reicht ein Ereignis, das nicht mit dem erwarteten übereinstimmt, um eine Veränderung hervorzurufen. Schon passen wir uns an. Allein durch diese Tatsache kannst du dir vorstellen, wie viele Veränderungen deinen Alltag beeinflussen. Das sind zwar geringe Abweichungen unseres vorgestellten Ideals oder unserer Wünsche, aber es sind Veränderungen. Davon lassen sich viele Menschen nicht negativ beeinflussen. Einige jedoch schon. Sie sind so programmiert, dass sich schon morgens mit dem Klingeln des Weckers die schlechte Laune einquartiert.

Ich persönlich stehe auch nicht 2 Sekunden vor dem Klingeln stramm neben meinem gemachten Bett. Eine kleine Aufwach-Phase braucht jeder. Der eine weniger der andere mehr. Unglaublich wenn man sich vorstellt, wie manche Menschen sich von diesem Bruchteil des Tages so beeinflussen lassen, dass der restliche Tag eigentlich schon „gelaufen“ ist.

Auch ich hatte mal so eine Phase. Als die Erkenntnis kam wie sinnlos es ist und ich mir eines Morgens aktiv die Frage stellte woher eigentlich diese schlechte Laune kommt, musste ich mir eingestehen keine vernünftige Antwort darauf zu haben. Somit entschied ich mich ab sofort gute Laune zu haben. Einfach so. Eine starke Schwäche kann prägen.

Gute Laune ist die Basis für größere Veränderungen

Ich sage nicht, dass man ab sofort immer und überall mit einem breiten Grinsen durch den Tag gehen soll. Es geht viel mehr um deine innere Einstellung. Für einen grimmigen Gesichtsausdruck benötigt man viel mehr Muskelanspannung als für ein freundliches Gesicht. Ich persönlich glaube sogar, dass es im Inneren genauso ist. Mit einer bewusst positiven Einstellung sieht man Veränderungen, die man mit negativer Einstellung nicht bewältigt, geschweige denn darüber nachgedacht hätte sie zu bewältigen, eher als Herausforderung und Ansporn an. Mit positiver Einstellung geht man anders an die Sache heran und sieht Dinge auch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Aus einer negativen Einstellung heraus sieht man nur einen Ausweg – nörgeln.

Seit Schulzeiten war ich schon immer etwas klein für mein Gewicht. Dies zog sich im Laufe der Zeit schleichend zu einer inneren Akzeptanz hin, womit ich begann zu leben und mir einzugestehen, es sei nicht schlimm ein paar Kilo zu viel zu haben. Mit ein bisschen Training geht das ja wieder weg.

Einige Jahre später erwischte mich der gleiche Tag wie damals, als ich mich fragte, wieso ich eigentlich morgens so schlecht gelaunt war. Nur, dass dieses Mal die Frage eine andere war:“Wie konnte es so weit kommen?

Sie war eher rhetorischer Natur. Meine Einstellung zum Essen, meine Lebensumstände, die gefundene Befriedung im Essen und das beruhigende Gefühl mit dem Sport alles wieder wett machen zu können, waren Schuld daran, dass ich mich treiben ließ.

Ich hatte mich von vielen Faktoren dazu verleiten lassen, mit einer Statur von 1,75m ein Kampfgewicht von sage und schreibe 125Kg erreicht zu haben.

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Durch meine antrainierte positive Einstellung übersah ich all die Schwierigkeiten in die mich mein Gewicht im Laufe der Zeit brachte. Schlafprobleme mit Atemaussetzer und schnarchen, ein hohes Maß an Unbeweglichkeit, ständiges und schnelles Schwitzen sowie Kurzatmigkeit bei nahezu jeder Tätigkeit. veraenderung-2Meine Allergie verschlechterte sich durch meine Gewichtszunahme so sehr, dass sich allergisches Asthma entwickelte. Die Ursache war erkannt: Der Drang sich mit Essen zu belohnen oder zu trösten hatte sich jahrelang eingeschlichen. All diese Einschränkungen wurden mir schlagartig bewusst. Ich
hätte mich natürlich aufregen können, dass es doch nicht so gut sei immer gut gelaunt zu sein, dass allerdings wäre die Aufgabe eines Pessimisten gewesen.

In dessen Rolle man übrigens sehr schnell hineinschlüpft, wenn man sich von Veränderungen negativ beeinflussen lässt. Stattdessen versuchte ich trotzdem positiv an die Sache heranzugehen, denn schließlich hatte ich mich selbst in diese Situation gebracht.

Jetzt muss was passieren – langsam, schleichend dafür dauerhaft.

veraenderung-4Ich wusste, all diese tollen Gedanken die ich dem Sport widmete, mussten jetzt Wirklichkeit werden. Aber nicht wie so oft, unzählige Male begonnen und nach wenigen Wochen wieder aufgegeben – jetzt musste wirklich etwas Großes passieren. Aber nicht diese ständigen Zwangsgedanken wie „ich muss“, „ich darf nicht“, „jetzt aber schnell“, „ab sofort Diät!“. Denn genau diese Einstellung sorgte bei mir und bei vielen in meinem Umfeld die mir berichteten, dass du irgendwann einknickst und keine Willenskraft und Disziplin mehr hast, um weiter zu machen. Ich musste anders an die Sache ran. Und das tat ich auch.

Ich freundete mich mit dem Gedanken an  mein Gewicht genauso schleichend abzubauen, wie ich es steigerte. Mir war klar, dass das Erste was ich mir aneignen musste, eine ziemlich dicke Portion Geduld sein würde. Jeder möchte am liebsten über Nacht abnehmen, dass ist allerdings nicht so leicht und mal ganz ehrlich, ich hatte ja auch nicht über Nacht zugenommen. Meine Ernährung in die gesunde Schiene zu lenken, wie ich sie zuvor verschlechterte und dem Versprechen, jedesmal wenn ich wieder an Sport dachte daraus einen 30 Minuten Spaziergang zu machen waren meine erste Veränderung in Richtung neues Leben.

Da mich das Fußballspielen seit meinem 5. Lebensjahr begleitet stellte ich nach kurzer Zeit fest, dass ich eigentlich die Spaziergänge mit leichtem Joggen ersetzen könnte. Gesagt getan. Durch ein wachsendes Sportprogramm, welches mich immer mehr motivierte und eine Ernährung die mich unterstützte, indem sie mich nicht hungern ließ, schaffte ich es am Ball zu bleiben und konsequent alles immer besser in meinen Tagesablauf einzubeziehen. Genauso wie die schlechten Gewohnheiten die ich dann Stück für Stück mit den guten ersetzte.

veraenderung-3 Der konstante Blick auf die Waage sorgte zum einen für Nachschub in puncto Motivation und Energie und bestätigte mich zum anderen, es dieses mal richtig angegangen zu sein. Ich steigerte mich.

Veränderungen schleichend zugelassen – mein Werk ist vollbracht.

veraenderung-6In dieser Zeit habe ich vieles dazu gelernt und eines kann ich dir mit Sicherheit sagen:

Das war eine Megaumstellung für mich.

Dieser kleine Satz war ein simpler Test. Hast du ihn als positiv oder negativ empfunden?

Entweder du denkst nun über Veränderungen zu Sport und Ernährung nach, oder du stellst dir die Frage wieso du dachtest der Satz sei negativ gemeint, obwohl du jetzt erfährst, dass ich ihn durchweg positiv meinte. Egal wie du dich gefühlt hast, ich bin mir sicher gerade gab es eine Veränderung. 🙂
Du siehst egal wie, alles sorgt für Veränderungen.

Der Weg ist das Ziel aller Veränderungen

Den Fehler den viele machen, wovon ich mich leider nicht ausschließen kann, ist immer dieser hoffnungslose Blick auf das Endergebnis zu richten egal was man macht. Dieses aktuell unerreichbare Ziel sportlich ein Ass zu sein, nur gesund zu essen und den perfekten Körper zu formen, wonach dich alle bewundern und du alle Blicke auf dich ziehst. Ja auch ich hatte diese Gedanken und wo führte mich das hin, zum kürzeren Weg zurück auf die Couch, am besten noch mit einer Tüte Chips oder Süßigkeiten, um mich zu trösten versteht sich. Der andere Weg ist ja doch viel zu weit weg und unerreichbar.

veraenderungenDiese Art zu denken ist weit verbreitet. Damit verbannen wir unangenehme Gedanken und glauben in dem Moment etwas Gutes getan zu haben. Also rasch wieder in die eigene Komfortzone zurück. Dabei kommt die Kelle wie bei mir, erst später. Die Einsicht die man dann irgendwann hat, verrät uns viel über unsere eigene Einstellung. Je später die Erkenntnis kommt, du also den Gedanken zulässt dass du etwas verändern solltest, umso schlimmer. Denn das beschreibt deine Beziehung zu dir selbst.

Übertragen wir diese Denkweise auf eine Autofahrt bei Nacht würde das bedeuten, dass du aus deinem Auto aussteigst und wieder ins Haus gehst, weil du festgestellt hast, dass deine Scheinwerfer nicht bis ans Ziel deiner geplanten Reise geleuchtet haben. Wenn du bei Nacht Auto fährst, wirst du immer einen beschränken Blick auf die beleuchtete Straße vor dir haben. Stück für Stück gelangst du so sicher ans Ziel. Wenn du vorsichtig fährst. Mit hohen Geschwindigkeiten steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass du nicht ankommst.

Bei mir hat das Wunder bewirkt. Ich habe mir immer wieder kleine Tagesziele gesetzt. Wurden sie Teil meines Unterbewusstseins, kamen Wochenziele hinzu. So ergab sich ohne Zwang ein Monatsziel, welches ich dann einfach versuchte im Folgemonat zu toppen.

Kaum auf mein Monatsziel konzentriert merkte ich gar nicht mehr, wie sehr ich schon inveraenderungen meinem neuen Element war und sich beachtliche Veränderungen zeigten. Natürlich gab es auch Tage an denen es nicht so lief wie ich mir das vorgestellt hatte. Gerade raus zum Joggen oder zum Sport, machte mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung. Müde, Verspannungen oder andere Symptome. Ich durfte auch nicht vergessen welchen Umstellungen ich meinen Körper unterzog. Statt wie früher dann das Training für diesen Tag ganz abzubrechen, fing ich ganz leicht an und entfernte mich von dem Gedanken des Tagesziels. Wie von Zauberhand wurde es zunehmend besser und ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl, heute etwas getan zu haben.

Es regnete nur so vor Komplimenten. Meine Ausstrahlung zog sie alle in meinen Bann. Egal wo ich hinging, wen ich traf, wen ich kennenlernte. Das Staunen stand allen förmlich ins Gesicht geschrieben. Alle wollten das Geheimrezept erfahren und waren ernüchtert darüber, wie einfach es war: Kleine Brötchen backen und durchhalten.

veraenderung-5Viele (Neider und Nichtgönner) konnten/wollten mir das natürlich nicht glauben. Aber gerade durch ihre negative Ausdrucksweise empfand ich das als noch größeres Kompliment, weil sie damit unbewusst von sich ausgegangen waren und stillschweigend zugegeben hatten, wenn es darauf ankommen würde es selber nicht zu schaffen. Mit den üblichen Vorurteilen habe ich mich erst garnicht beschäftigt. Ich habe mich wirklich nicht gequält oder gezwungen, klar beim Sport muss ein gewisser Ehrgeiz da sein. Sicherlich hatte ich am Anfang immer ein leichtes Hungergefühl wobei ich bis heute glaube, dass es eher meine Psyche war die nach Süßigkeiten oder Schokolade schrie. Auch das habe ich beachtet. Im Großen und Ganzen lag das Geheimnis wirklich nur im Kopf. Es muss „klick“ machen und jede Entscheidung die damit in Verbindung gebracht wird, jede Veränderung, hat einen klaren Hintergrund der sich gut anfühlen muss. Sonst klappt das nicht.

Veränderungen müssen nicht immer groß beginnen, es reicht wenn sie groß enden.

Große auftretende Veränderungen können uns entmutigen, weil wir darauf nicht vorbereitet sind. Meistens sind es kleine Dinge die Großes bewirken, weil wir uns schrittweise daran anpassen können. Veränderungen entstehen im Kopf. Zum Beispiel könnte es auch sein, während du meinen Beitrag ließt, dass du plötzlich feststellst etwas vergessen zu haben, was du heute noch unbedingt erledigen wolltest. Nimm dir etwas vor und blende alles andere und jeden dabei aus. Zum Beispiel könntest du dir vornehmen jeden Morgen bevor du zur Arbeit fährst einen Apfel zu essen. Damit meine ich nicht auf die Hand, im Auto oder im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Ich meine wirklich dich hinzusetzen und bewusst diesen Apfel zu essen. Ihn genießen und dir vor Augen halten, dass du dir diese fünf Minuten genommen hast, um in Ruhe dein Obst zu essen. Unglaublich wie gut so ein Apfel schmecken kann, wenn man ihn wahrnimmt.

Du hast keine Zeit? – Das ist natürlich schade und das verstehe ich, heutzutage hat kaum einer noch Zeit. Warum eigentlich?

Warum kannst du nicht fünf Minuten vorher aufstehen? – Ach so, weil du schon spät ins Bett gehst?

Dann geh doch 5 Minuten vorher schlafen. – Wie? Ganz einfach, spare 5 Minuten deiner täglichen Zeit ein. Wovon? Zum Beispiel beim Surfen im Internet, beim Verweilen auf Facebook oder auf YouTube mit lustigen Videos. Vielleicht aber auch beim Klatsch und Tratsch mit den Kollegen? Was sowieso meist den Workflow stört oder in Lästern übergeht und man dann irgendwie schlecht gelaunt ist.

Das klingt alles so gezwungen und fühlt sich unbequem an? – Nun, du hast vermutlich schon vergessen, dass du dir versucht hast fünf Minuten frei zu schaufeln, um morgens einen Apfel zu genießen. Du verzichtest auf fünf persönliche Minuten für dich in aller Ruhe weil du nicht auf fünf Minuten verzichten kannst die du anderen widmest.

Wer schenkt dir denn eigentlich so viel Aufmerksamkeit?

Jedesmal wenn du ab heute einen Apfel siehst wirst du dich an diesen Beitrag zurückerinnern und wirst erkennen, dass es keine große Sache ist. Kein Handy, kein Fernseher, kein Radio, kein Facebook, kein WhatsApp, kein Kaffee. Einfach nur der Apfel und du. Du wirst staunen wie diese fünf Minuten deinen Tag positiv beeinflussen können, wenn du es zulässt. Denk einfach an was Schönes und genieß deinen Apfel.

Kopfrontation – Die Entscheidung dich zu entscheiden.

Ob du den folgenden AHA-Effekt zulässt ist allein deine Entscheidung. Du wirst es nicht bereuen.

Setzte dich bequem hin und lege alles aus der Hand. Schließe deine Augen. Atme ganz normal weiter aber spüre bewusst wie dein Körper beim Einatmen Energie auftankt und beim Ausatmen alle Sorgen von Bord wirft. Konzentriere dich auf dein Ein- und Ausatmen und vergesse alles um dich herum. Spüre deinen Herzschlag. Du wirst verblüfft sein, wie schnell du dich entspannst.

Ob Stresspegel oder Entspannung, eins ist sicher: du entscheidest was du zulässt. Du bist die Variable die eine Situation positiv oder negativ bestimmt. So oder so, es sind Veränderungen. Wieso also nicht mal in die positive und angenehme Richtung investieren; die Gegenseite hat doch bis heute genug Aufmerksamkeit bekommen.

Findest du nicht auch? 🙂

Ich musste erst lernen mir 5 Minuten für „meinen“ Apfel zu nehmen, damit ich begriffen habe wie viel Zeit und Geduld ich brauche, um die Veränderung zu erleben die du in diesem Beitrag gelesen hast.

Wie glaubst du haben Veränderungen dein Leben beeinflusst?

Hast du daraus gelernt?

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