Angst und Stress

Angst und Stress – deine Retter in der Not

Angst und Stress sollten unser Leben beeinflussen.

Auch wenn sie fälschlicherweise oft als Zeichen der Schwäche gelten. Dabei ist Angst ein Teil unseres Organismus und ein natürliches Gefühl wie Freude, Trauer oder Zorn. Angst und Stress sind sinnvolle Reaktionen auf Bedrohungen. Sie bringen Menschen dazu, in gefährlichen Situationen vorsichtiger zu sein.

Durch Angst werden bestimmte körperliche und psychische Reaktionen hervorgerufen, die nach einem bestimmten Muster ablaufen:

  • der Adrenalinspiegel im Blutkreislauf steigt
  • die Muskelanspannung nimmt zu
  • die Atemgeschwindigkeit nimmt zu
  • das Herz schlägt schneller

Wir bereiten uns physisch (also körperlich) darauf vor, in einer Gefahrensituation schnell reagieren zu können. Die psychische Reaktion kann sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Erleben wir – meist unbewusst – über längere Zeit eine körperliche Anspannung ohne das bewusste Erleben von Angst, sprechen wir von Stress.

Unter Stress versteht man die Belastung durch äußere und innere Reize, die ein normales Maß übersteigen:

  • Ärger, Hitze, Kälte, Lärm, Überanstrengung, Nahrungsmangel, intensive Gefühlszustände

Man spricht dabei auch von einer Anpassung bzw. einer Schutzreaktion unseres Organismus. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Stress, also körperliche Anspannung, über einen längeren Zeitraum, eindeutig das Risiko einer Angsterkrankung erhöht.

Wenn Angst entsteht, dann wird unser Stammhirn – der älteste Teil des menschlichen Gehirns – angesprochen, um ein selbstschützendes Verhalten auszulösen. Hierbei kennt das Stammhirn in Verbindung mit Angst nur zwei Handlungsmöglichkeiten: Kampf oder Flucht.

Unsere Vorfahren wurden durch Angst auf bedrohliche Situationen wie beispielsweise dem begegnen wilder Tiere gewarnt. Dadurch wird in Sekundenschnelle das Stammhirn angesprochen und zum Handeln angeregt. Es gäbe keine Überlebenschance, wenn sie sich erst mit Hilfe von Denkprozessen entscheiden müssten, welche Handlung sinnvoller wäre.

Angst und Stress brauchen Bewegung, um abgebaut zu werden.

Unser Organismus hat über die Jahre diese Reaktionen zum Schutz beibehalten. Die körpereigenen Angst- und Stressreaktionen sind dabei gleich geblieben, die Auslöser haben jedoch im Laufe der Zeit stark zugenommen und sind komplexer geworden. Entscheidend ist, dass wir den sinnvollen Umgang mit Stress verlernt haben.

Für uns alltägliche Dinge wie die Belastung im Straßenverkehr, das Bangen vor einer Prüfung, oder dem Druck vor einem Vorstellungsgespräch, Sorge um die technischen Veränderungen am Arbeitsplatz, Spannungen zwischen Kollegen, Vorgesetzten oder dem Partner sowie ein von Lärm und Hektik geprägter Lebensstil führen zu einer hohen Anspannung bedingt durch einen hohen Stresspegel.

In unserer technisch hoch entwickelten Zeit werden wir täglich mit vielen Dingen und Reizen belastet die uns nicht bewusst auffallen, weil sie eben alltäglich und allgegenwärtig geworden sind. Sicherlich sind diese Dinge im Vergleich zu einer Begegnung mit einem wilden Tier nicht sofort lebensbedrohlich, können es aber schleichend werden, wenn man nicht gegensteuert. Während früher Angst und Stress beispielsweise zum Kämpfen oder Flüchten zwangen und somit durch eine körperliche Tätigkeit entgegengewirkt wurde, stehen heute Angst und Stress einer körperlichen Unterforderung durch Bewegungsmangel gegenüber.

Durch ein solches Missverhältnis kann die aufgebaute Erregung – die durch eine Stressreaktion ausgelöst wurde – nicht abreagiert werden und führt zu einer Daueranspannung.

Ruhephase und Entspannung geraten zu kurz und somit haben unbewältigter Stress und fehlende Erholungsphasen zur Folge, dass der Körper in einem Alarmzustand verweilt. Dadurch schaukelt sich die Erregung durch kleinste Anlässe wieder nach oben und der Organismus reagiert mit Angst.

Hör auf die Signale deines Körpers, Hilf dir selbst statt nach Hilfsmitteln zu greifen.

Angst und Stress sind also zwei grundlegende Reaktionen unseres Organismus, die nicht unterschätzt oder gar unbeachtet gelassen werden sollten. Nur weil wir heutzutage nicht mehr vor wilden Tieren flüchten müssen, sind wir vor bedrohlichen Situationen nicht befreit. Viele Menschen ignorieren die Signale ihres Körpers und greifen zu Momentlösungen wie Kaffee, Energydrinks oder gar zu Medikamenten oder Schlimmeres.

Dabei verfügen wir über ein für unseren Körper optimal abgestimmtes Alarmsystem, welches uns ein Leben lang zur Verfügung steht und heutzutage keiner mehr zu nutzen scheint.

Kopfrontation – Die Entscheidung dich zu entscheiden.

Es zeugt nicht von Stärke, wenn du diese Signale ignorierst. Die Folgen von Angst und Stress können bei Missachtung der Anzeichen zu ernsten Folgen führen. Egal was dich in diese Situation versetzt hat, du brauchst jetzt eine Erholungsphase, nimm sie dir. Danke deinem Körper für die bisherigen Leistungen mit einer Entspannung und vermeide eine totale Erschöpfung.

Jeder Mensch baut Stress auf andere Weise ab. Entspannen heißt also nicht, du sollst alles fallen lassen und dich auf die Couch legen. Viele Menschen empfinden es entspannt, Dinge zu unternehmen, bei denen sie spaß und nur selten die Zeit dazu haben. Alles andere hat „Vorrang“, oder unser Gewissen redet uns ein, sie seien wichtiger, was einer der Gründe dafür sein kann, dass du dich in der jetzigen Lage befindest. Spaß und Entspannung gehören genauso zum Leben dazu, wie die ernsten Dinge des Lebens wie Arbeiten und Rechnungen bezahlen.

Ob Kochen, Fahrradfahren, Schwimmen, Wellness, Wandern, Basteln, Lesen, Musik hören und vieles mehr, all diese Dinge helfen uns dabei, die Dinge zu vergessen, die uns stressen. Das ist schon eine Entspannung.

Kannst du dich erinnern schon einmal in solch einer Situation gewesen zu sein?

Hast du es ignoriert oder etwas dafür unternommen, um dich zu entspannen?

Hast du es von alleine bemerkt, oder wurdest du darauf angesprochen?

Was hast du unternommen?

Wie hat es sich angefühlt?

Hat es geholfen?

Helfe anderen auch die richtige Entscheidung zu treffen und erzähle, wie du dich entspannst und wie du merkst, dass es Zeit für eine Erholungsphase wird.

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